Die Natur heilt - Palmarosaöl
-Was Sie schon immer über Ätherische Öle wissen wollten-


Myrrhe

Commiphora molmol
Pflanzenfamilie: Burseraceae / Balsambaumgewächse

Myrrhe

Die Myrrhe ist im Deutschen Arzneibuch beschrieben, sie wird aber bereits seit der Antike als Heilmittel eingesetzt.
Sie besitzt desinfizierende und entzündungshemmende Wirkung, ist wundheilend und gewebestärkend.
Heute findet sie als Tinktur bei Zahnfleischentzündungen Anwendung, mit Myrrhentinktur kann man Paradontose vorbeugen.
Auch zum Würzen von Wein wurde Myrrhe von alters her benutzt.
In Griechenland wird noch heute geharzter Wein getrunken, fast jeder kennt den Retsina.

In der Griechischen Mythologie wurde Smyrna, die Tochter des Priesters und Königs Kinyras von Zypern von ihrem Vater schwanger. Bei der Geburt ihres Kindes, dem Adonis, verwandelte sie sich in einen Myrrhe-Baum.
Die Ägypter nutzten Myrrhe zur Einbalsamierung.
Im Judentum gehörten Myrrhe und Aloe zur ordnungsgemäßen Bestattung des Leichnams und ist Bestandteil des heiligen Salböles.

Hier zwei etwas ältere Beschreibungen, die jedoch nichts an Aktualität eingebüßt haben:

Lutherischer Theologe und Philologe Johannes Lonicerus, aus dem Mansfeldischen, seit 1527 Professor für Griechisch an der neu gegründeten hessischen Universität Marburg:
Myrrha ist ein Gummi eines Baumes in Arabien, darauß es fleußt... Dienlich zu allerley Gebrechen, so von bösen faulen Feuchtigkeiten herkommen, zum alten Husten, Seiten, Brustwehe, Bauchfluß und rote Ruhr. Tödtet die Würm im Leib, vertreibt den stinckenden Athem, stärcket das böse faule Zahnfleisch und die wacklende Zähn mit Essig,... Myrrha mit Wein gesotten, und getruncken, macht wol dauen, und erwärmet den Magen..."

Meyers Konversations-Lexikon aus dem Jahr 1888:

Myrrhe (Myrrha, gummiresina myrrhae).
Ein Artikel des Droguenhandels, zu den Gummiharzen gehörig.
Dieses schon in der Bibel als ein wertgehaltener Stoff erwähnte Naturprodukt ist das freiwillig ausschwitzende aromatische Gummiharz eines Strauches oder kleinen Baumes aus der natürlichen Familie der Burseraceen, Balsamodendron Ehrenbergianum (Berg), der im südlichen Arabien und gegenüber an der Westküste des Roten Meeres heimisch ist.
Das Gewächs hat aschgraue Rinde, dornige Äste, dreizählige Blätter und trägt erbsengroße, ein- bis zweisamige Steinfrüchtchen.
Lange Zeit blieb es unbekannt, von welchem Gewächs die M. stamme.
Der austretende Milchsaft ist anfänglich ölig, dann butterartig, gelblichweiß und erhärtet schließlich zu gelblichen bis rötlich braunen rundlichen und sonst unregelmäßigen Stückchen von Erbsen- bis Wallnußgröße.
Die Masse ist etwas durchscheinend, auf der Oberfläche rauh und uneben, meist etwas bestäubt, leicht zerbrechlich und pulverisierbar, auf dem Bruche wachsglänzend.
Sie besitzt einen eigentümlichen Wohlgeruch und aromatisch bittern Geschmack, bläht sich beim Erhitzen auf, ohne zu schmelzen und verbrennt mit leuchtender rußender Flamme unter Verbreitung eines starken Wohlgeruches.
Die Myrrhe besteht aus einem Gemenge von Gummi und einem eigentümlichen Harz, löst sich daher weder in Wasser noch in Weingeist völlig.
Letzterer entzieht ihr etwa 20-30% und bildet eine rötlich gelbe klare Tinktur.
Geruch und Geschmack hat der Stoff von seinem Gehalte an einem dickflüssigen, gelben ätherischen Öl, der etwa 21% beträgt.
Die Ware kam früher direkt aus Arabien nach Europa, daher die Benennung türkische Myrrhen; gegenwärtig wird sie meist aus Ostindien über England erhalten, da arabische Kaufleute sie nach Bombay bringen und dafür englische Waren eintauschen, seltener direkt über Triest.
Sie wird in Kisten von 100-.200 kg Inhalt gebracht. Wie gewöhnlich gibt es auch von dieser Ware zwei Sorten, Myrrha electa und M. in sortis.
Die erstere besteht aus den reinsten, hellfarbigsten (sog. hochblonden) und größten Stücken und nur solche Ware soll zu pharmazeutischen Zwecken verwendet werden.
Sie ist aber zur Zeit im Handel sehr selten und müssen sich die Droguisten mit einer Auslese aus der Sekundasorte zu helfen suchen.
In diese fallen die undurchscheinenden, dunkel gefärbten und sonst unansehnlichen Körner, die meist durch Zusammenkleben größere Klumpen bilden, weniger angenehm riechen und in der Regel viel Sand und andre Unreinheiten enthalten, auch wohl durch Zumischung von Bdelliurnharz, arabischem Gummi, Kirschgummi u. dgl. gefälscht sind.
Die Myrrhe wurde im Altertum zu Salbölen und zur Einbalsamierung der Leichen benutzt; gegenwärtig dient sie zu Parfümerien, Raucher- und Zahnpulvern, medizinisch in Form von Pulver, Tinktur (tinctura myrrhae) und Extrakt (extractum myrrhae) innerlich wie äußerlich als ein stärkendes, fäulniswidriges und anregendes Mittel gegen Blutungen, Schleimflüsse, bei schlecht heilenden Wunden. Mund- und Zahnleiden u. dgl. Das mit Wasser aus dem Gummiharz destillierte aromatische Myrrhenöl ist Handelsartikel und wird in Leipzig das Kilo mit 120 Mk. notiert.
Da die meiste Myrrhe jetzt über England in den Handel gelangt, so gibt die dortige Ein- und Wiederausfuhr einen Anhalt für den Konsum der Ware.
Der Verkehr bewegt sich dort in verschiednen Jahrgängen zwischen 100 und 200 Ztr. Myrrhe sind zollfrei; äther. Öl und weingeistiges Extrakt daraus Nr. 5 a des Tarifs.

Die Myrrhe wird seit mindestens 3 000 Jahren bei vielen Völkern als Räucher-, Kult- und Heilmittel verwendet.
In Heliopolis verbrannten die alten Ägypter jeden Tag zur Mittagszeit Myrrhe.
Das Sekret benutzten sie zur Einbalsamierung ihrer Toten. Vor allem der Magen wurde mit Myrrhe gefüllt.

Verwendeter Pflanzenteil: Myrrhenharz - Myrrha.

Inhaltsstoffe: Bis 10 bis 20 Prozent ätherisches Öl (Elemen, Limonen, Copaen und Andere), bis 40 Prozent Harz und Rohschleim.

Eigenschaften: Stark antiviral, antibakteriell, entzündungswidrigAuswurffördernd; desodorierend; auf der Haut lokal zusammenziehend; desinfizierend; granulationsfördernd.

Anwendungsgebiete

Innerlich: Bronchitis; unspezifische Darminfektionen; durch Klimawechsel bedingte Verdauungsstörungen.

Äußerlich: In Form der Myrrhentinktur oder ätherisches Öl: Entzündungen des Zahnfleisches, der Mundschleimhaut und des Rachens.
Zur Behandlung von Wunden, Narben, Geschwüren, Husten und Bronchitis.

Nebenwirkungen: sind bisher keine bekannt, sollte aber vorsichtshalber nicht in der Schwangerschaft verwendet werden.

Ein Analysezertifikat eines naturbelassenen Myrrheöles liegt noch nicht vor


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